Büroplanung: So planen Sie Ihr Büro, damit Arbeiten wirklich funktioniert
Ein Büro ist schnell eingerichtet. Ein Büro, in dem man gern und gesund arbeitet, entsteht nur durch Planung. Wer zuerst Möbel kauft und danach merkt, dass der Rollcontainer die Tür blockiert, das Licht auf den Monitor spiegelt und für das dritte Teammitglied kein Platz mehr da ist, zahlt doppelt: mit Geld und mit Nerven.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie professionelle Büroplanung Schritt für Schritt funktioniert: von der Bedarfsanalyse über Grundriss, Ergonomie und Beleuchtung bis zu Akustik, Stauraum und Kabelführung. Dazu bekommen Sie konkrete Maße, die Eckpunkte der Arbeitsstättenverordnung und eine Antwort auf die Frage, wie Sie so planen, dass Ihr Büro mit dem Team mitwächst.
Was bei der Büroplanung schiefgehen kann (und wie Sie es vermeiden)
Wer ein Büro planen will, hat meist dieselben Sorgen. Sie sind berechtigt, aber lösbar:
- Falsch genutzter Raum: Zu enge Laufwege, Möbel an der falschen Wand, ungenutzte Ecken.
- Schlechtes Licht und Kabelchaos: Blendung, Schatten auf dem Schreibtisch, Stolperfallen unter dem Tisch.
- Rückenschmerzen im Team: Ein Stuhl oder Tisch, der nicht einstellbar ist, rächt sich nach Wochen, nicht nach Stunden.
- Teure Fehlkäufe: Möbel, die nicht zum Raum passen oder beim nächsten Neueinstieg nicht mehr reichen.
- Unsicherheit bei Vorschriften: Wie viel Fläche steht jedem Arbeitsplatz zu, was verlangt der Gesetzgeber?
Die Lösung ist immer dieselbe: vom Großen zum Kleinen planen. Erst Fläche und Bedarf, dann Zonen und Laufwege, zuletzt die einzelnen Arbeitsplätze und Möbel.
Schritt 1: Bedarfsanalyse und Grundriss
Bevor Sie einen einzigen Stuhl aussuchen, sammeln Sie Fakten. Messen Sie jeden Raum aus und halten Sie Fenster, Türen, Heizkörper, Steckdosen und Datenanschlüsse im Grundriss fest. Klären Sie dann:
- Wie viele Arbeitsplätze brauchen Sie heute und in zwei bis drei Jahren?
- Wer arbeitet überwiegend konzentriert, wer telefoniert oft, wer hat Kundenkontakt?
- Welche Zusatzräume oder -flächen sind nötig: Besprechung, Pausenbereich, Archiv, Drucker?
Wie viel Platz braucht ein Arbeitsplatz?
Als Orientierung gelten für Bildschirmarbeitsplätze 8 bis 10 m² im Einzel- oder Gruppenbüro und 12 bis 15 m² im Großraumbüro, jeweils inklusive anteiliger Verkehrs- und Nebenflächen. Zusätzlich verlangt die Arbeitsstättenverordnung (ASR A1.2) eine freie Bewegungsfläche von mindestens 1,5 m² am Arbeitsplatz, die mindestens 1 m tief sein soll.

Zonen statt Möbelreihen
Ein gutes Bürokonzept teilt die Fläche nach Tätigkeit auf, nicht nach Zufall:
- Fokuszone: ruhige Arbeitsplätze, möglichst abseits von Durchgängen und Teeküche.
- Kommunikationszone: Besprechungstisch, Stehbesprechung, Telefonnische.
- Pausen- und Empfangszone: hier entscheidet sich der erste Eindruck bei Kunden und Bewerbern.
Laufwege und Fluchtwege
Planen Sie Hauptwege mit mindestens 1 m Breite und halten Sie Fluchtwege und Türen dauerhaft frei. Ein Tipp aus der Praxis: Zeichnen Sie den Weg vom Eingang zur Teeküche und zum Drucker ein. Kreuzt er einen Fokusarbeitsplatz, stimmt die Zonierung noch nicht.
Schritt 2: Ergonomie und Beleuchtung
Ergonomische Büroplanung entscheidet darüber, ob Ihr Team nach drei Jahren noch gesund arbeitet. Die wichtigsten Stellschrauben:
Der Arbeitsplatz im Detail
- Schreibtisch: Empfohlen ist eine Fläche von 160 × 80 cm, damit Monitor, Tastatur und Unterlagen Platz haben.
- Bildschirm: Abstand etwa 50 bis 70 cm, Oberkante auf oder knapp unter Augenhöhe.
- Sitzhaltung: Füße flach am Boden, Oberschenkel waagerecht, Ellbogen etwa im rechten Winkel zur Tischplatte.
- Bürostuhl: Sitzhöhe, Sitztiefe, Rückenlehne und Armlehnen müssen sich individuell einstellen lassen. Passende Modelle finden Sie bei den ergonomischen Bürostühlen und in der Übersicht aller Bürostühle.
Sitzen, Stehen, Bewegen
Der beste Sitz ist der, den man regelmäßig verlässt. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch macht den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen im Arbeitsalltag selbstverständlich. Wer mehrere Personen an einem Platz unterbringt, etwa beim Desksharing, profitiert doppelt: Jeder stellt die Höhe in Sekunden auf sich ein. Mehr zur Auswahl finden Sie in unserer Kategorie Schreibtische.
Licht richtig planen
- Für Bildschirmarbeit sind laut ASR A3.4 500 Lux am Arbeitsplatz üblich.
- Stellen Sie Monitore seitlich zum Fenster, nie davor oder direkt davor gegenüber, um Blendung und Spiegelungen zu vermeiden.
- Kombinieren Sie Tageslicht mit blendfreier Arbeitsplatzleuchte und indirekter Raumbeleuchtung.

Schritt 3: Akustik, Stauraum und Kabelführung
Lärm bremst Konzentration
Für überwiegend geistige Tätigkeiten gilt laut ASR A3.7 ein Beurteilungspegel von höchstens 55 dB(A). In offenen Büros erreichen Sie das nur mit Schallschutz: Trennwände, Tischaufsätze, Akustikpaneele und weiche Materialien nehmen Nachhall und Gesprächslärm heraus. Passende Lösungen finden Sie unter Akustik & Raumtrennung.
Ordnung ist Planungssache
Unordnung entsteht dort, wo Stauraum fehlt oder zu weit entfernt ist. Planen Sie ihn deshalb gleich mit:
- Persönliche Ablage am Platz: ein Rollcontainer unter dem Tisch, der sich bei Bedarf wegschieben lässt.
- Gemeinsame Ablage: Büroschränke und Büroregale für Akten, Material und Archiv, am besten an einer Wand außerhalb der Fokuszone.
- Kabelmanagement: Kabelkanäle, Kabelwannen unter der Tischplatte und Steckdosenleisten mit Schalter halten Böden frei und Stolperfallen fern.
Flexibel planen: Wenn das Team wächst
Starre Raumkonzepte werden teuer, sobald sich das Team verändert. Diese Planungsprinzipien halten Sie flexibel:
- Modular statt maßgefertigt: Standardisierte Tische und Container lassen sich umstellen und erweitern.
- Reserve einplanen: Lassen Sie bewusst ein bis zwei Plätze oder eine Fläche frei, statt jeden Quadratmeter zu füllen.
- Gleiche Grundausstattung: Einheitliche Stühle und Tische machen Umzüge im Team und Nachbestellungen unkompliziert.
- Desksharing prüfen: Bei viel Homeoffice reicht oft ein Verhältnis von weniger als einem Arbeitsplatz pro Mitarbeiter. Das spart Fläche und Möbel.
Auch beim Budget lohnt sich Planung: Investieren Sie zuerst in das, was täglich acht Stunden im Einsatz ist, also in Stuhl und Tisch. Bei Zubehör und Ablage lässt sich später ergänzen.
Das Grundpaket für eine gute Büroausstattung
- Arbeitsplatz: höhenverstellbarer Schreibtisch plus ergonomischer Bürostuhl
- Ablage: Rollcontainer, Büroschränke und Büroregale
- Ruhe: Akustik- und Raumtrenner
- Gesamtübersicht: alle Büromöbel auf einen Blick
Mehr Ideen zur Gestaltung nach der Planung finden Sie in unserem Ratgeber Büro einrichten: Tipps und Ideen fürs perfekte Büro.
Ihr nächster Schritt
Messen Sie Ihren Raum aus, zeichnen Sie einen groben Grundriss und legen Sie die Zonen fest. Danach wählen Sie die Möbel aus, und das fällt mit klarem Plan deutlich leichter. Bei buerostuhl24 finden Sie alles aus einer Hand: Bürostühle, Schreibtische, Büromöbel und Zubehör für die komplette Büroausstattung. Wenn Sie Fragen zur Planung haben, berät Sie unser Team gern persönlich.